Was ist eine .bimlyte-Datei?
Kurzantwort: Eine
.bimlyte-Datei ist ein Paket aus einer einzigen Datei, das ein vollständiges Bimlyte-Projekt speichert – IFC-Modelle, BCF-Issues, gespeicherte Ansichten, Auswahlen und Viewer-Einstellungen. Das Projekt lässt sich damit genau so wieder öffnen, wie es verlassen wurde, und nicht bloß als Modell oder Issue-Liste importieren. Das Paket kann mit einem Passwort geschützt werden; der Empfänger benötigt weder BIM-Software noch ein Konto, denn es öffnet sich im Browser. Verwenden Sie es zum Sichern eines Projekts, zum Wechsel auf ein anderes Gerät oder zur Übergabe einer kompletten Koordinationssitzung. Verwenden Sie stattdessen IFC oder BCF, wenn der Empfänger Modell oder Issues in einem anderen Werkzeug als Bimlyte benötigt.
IFC und BCF sind für den Austausch bestimmter Teile eines BIM-Workflows gedacht. IFC transportiert das Modell, BCF die Issues und Kommentare dazu. Keines der beiden Formate ist dafür gemacht, ein vollständiges Bimlyte-Projekt exakt in dem Zustand wiederherzustellen, in dem es verlassen wurde.
Genau dafür gibt es das .bimlyte-Format.
Eine .bimlyte-Datei ist eine vollständige Sicherung eines Projekts in einer einzigen Datei. Sie hält die ursprünglichen Modelle, die Koordinationsdaten, gespeicherte Ansichten, Auswahlen und Viewer-Einstellungen zusammen, sodass sich das Projekt später als arbeitsfähiger Bimlyte-Arbeitsbereich wiederherstellen lässt – nicht nur als Modell- oder Issue-Liste.
Warum braucht Bimlyte ein eigenes Projektformat?
Ein laufendes Koordinationsprojekt besteht aus mehr als seinen exportierten Dateien. Es kann mehrere IFC-Modelle enthalten, BCF-Issues aus verschiedenen Quellen, gespeicherte Kamerapositionen, Farbschemata, Sichtbarkeitsfilter, Schnittebenen, Messungen und Anmerkungen.
Ein Teil dieser Informationen gehört in IFC oder BCF. Ein anderer Teil existiert ausschließlich als Bestandteil der Arbeitsumgebung, die in Bimlyte entstanden ist.
Ohne eigenes Projektformat würde eine Sicherung bedeuten, mehrere getrennte Dateien zu exportieren – und einen Teil dieser Umgebung trotzdem zu verlieren. Das .bimlyte-Format wurde eingeführt, um alles in einem Arbeitsschritt zu erhalten.
Deshalb ist der Export bewusst vollständig oder gar nicht. BCF, PDF und Excel bleiben die richtigen Formate, um ausgewählte Informationen weiterzugeben. Eine .bimlyte-Datei ist für Sicherung, Archivierung oder die Übertragung des kompletten Projekts gedacht.
Was enthält eine .bimlyte-Datei?
Die Datei speichert eine direkte Momentaufnahme der lokalen Projektdaten, statt sie in ein vereinfachtes BCF-Paket umzubauen.
Enthalten sind:
- BCF-Daten mit Kommentaren, Viewpoints und – soweit vorhanden – den ursprünglichen Quelldaten für einen späteren erneuten Export;
- die vollständigen originalen IFC-Dateien;
- gespeicherte Ansichten mit Kameraposition, Sichtbarkeit, Farben, Schnittebenen, Messungen, Anmerkungen und Snapshots.
Das Paket bewahrt damit nicht nur das Ausgangsmaterial, sondern auch den Kontext, der während der Prüfung entstanden ist. Ein vorbereitetes Farbschema, eine Konfiguration ausgeblendeter Bauteile oder ein gespeicherter Schnitt können echte Koordinationsarbeit darstellen. Würde man nur das IFC-Modell wiederherstellen, ginge diese Arbeit verloren.
Was ist nicht enthalten?
Bimlyte speichert den temporären IFC-Cache nicht mit, der Modelle im Browser effizient darstellbar macht – also aufbereitete Geometrie, Kanten und abgeleitete Metadaten.
Diese Daten lassen sich aus dem originalen IFC neu berechnen. Sie mitzuspeichern würde die Sicherung nur vergrößern, ohne eine einzige projektspezifische Information zusätzlich zu erhalten. Beim Import erzeugt Bimlyte sie automatisch neu.
Das Prinzip ist einfach: .bimlyte sichert, was sonst verloren ginge, und berechnet neu, was sich neu berechnen lässt.
Wie ist die Datei geschützt?
Jede .bimlyte-Datei wird mit AES-256-GCM verschlüsselt, über die im Browser eingebauten kryptografischen Funktionen. Das schützt den Projektinhalt und prüft zugleich seine Integrität: Sind die verschlüsselten Daten beschädigt oder verändert worden, verweigert Bimlyte den Import, statt ein unzuverlässiges Projekt zu laden.
Für jede exportierte Datei wird ein neuer Schlüssel erzeugt. Dieser Schlüssel wird anschließend auf eine von zwei Arten geschützt.
Ohne Passwort
Der Passwortschutz ist optional und standardmäßig deaktiviert. Ohne Passwort ist die Datei zwar weiterhin verschlüsselt, kann aber von der Bimlyte-Anwendung entsperrt werden. Das verhindert das beiläufige Hineinsehen wie in ein gewöhnliches ZIP-Archiv, sollte aber nicht als starker Schutz gegenüber jemandem gelten, der sowohl die Datei als auch Zugang zu Bimlyte hat.
Mit Passwort
Bei vertraulichen Projekten sollte beim Export ein Passwort vergeben werden. Der Entsperrschlüssel wird dann mittels PBKDF2-SHA256 mit 600.000 Iterationen und einem frisch erzeugten Zufalls-Salt aus diesem Passwort abgeleitet.
Das Passwort wird nicht in der Datei gespeichert, und es gibt weder einen Anwendungsschlüssel noch eine Support-Hintertür oder einen Wiederherstellungsschlüssel. Niemand kann das Projekt ohne Passwort öffnen – auch der Bimlyte-Support nicht.
Das bedeutet zugleich: Ein vergessenes Passwort lässt sich nicht wiederherstellen. Die Anwendung verlangt mindestens acht Zeichen, erzwingt aber keine willkürliche Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Eine lange, gut merkbare Passphrase ist in der Regel die bessere Wahl.
Übermitteln Sie Passwort und Datei über getrennte Wege und bewahren Sie das Passwort sicher auf.
Ist das Format ein Cloud-Speicher?
Nein. Die Datei wird lokal in Ihrem Browser erzeugt und von Ihnen selbst gespeichert oder versendet. Bimlyte betreibt keinen Projekt-Cloudspeicher und erhält beim Export keine Kopie.
Diese Eigenschaft ist zugleich eine Verantwortung: Wird der lokale Browserspeicher gelöscht, kann Bimlyte kein Projekt wiederherstellen. Ein exportiertes Paket ist deshalb die geeignete Sicherung.
Wo passt .bimlyte in einen BIM-Workflow?
Verwenden Sie IFC, wenn ein anderes Werkzeug oder Team das Modell benötigt. Verwenden Sie BCF, wenn Koordinations-Issues gebraucht werden. Verwenden Sie PDF oder Excel, wenn ein lesbarer Bericht gefragt ist.
Verwenden Sie .bimlyte, wenn Sie das vollständige Bimlyte-Projekt benötigen: zur Sicherung, zur Archivierung, für den Wechsel auf ein anderes Gerät oder zur Übergabe des kompletten Arbeitsbereichs an eine Kollegin oder einen Kollegen.
Der gesamte Vorgang bleibt lokal. Export, Verschlüsselung, Entschlüsselung und Import laufen im Browser auf dem Gerät des Nutzers ab. Ein Konto oder eine Anmeldung ist nicht erforderlich, und Projektdateien werden nicht auf einen Server hochgeladen.
Da das Archiv im Arbeitsspeicher zusammengestellt und verarbeitet wird, ergibt sich die praktische Größengrenze aus den verfügbaren Ressourcen des Rechners.
Das .bimlyte-Format ersetzt IFC oder BCF nicht. Es löst ein anderes Problem: IFC und BCF bewegen Projektinformationen zwischen Werkzeugen; .bimlyte bewahrt den vollständigen Bimlyte-Arbeitsbereich, damit er sich mit Ihnen bewegt.
Lesen Sie IFC und BCF: Was ist der Unterschied?, um zu sehen, wie die beiden offenen Austauschformate zusammenspielen. Die Schrittfolge für den Export steht unter Bimlyte-Projekt exportieren, oder Sie öffnen Bimlyte und legen ein Projekt vollständig auf Ihrem eigenen Gerät an.
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